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2.5.: Das Geräusch des fallenden Rolladens mischt sich mit dem Geräusch des herannahenden Autos; danach lang anhaltende Stille, die einen immer wieder überrascht.

3.5.: Fussfalten.

4.5.: Festhalteleiden und Fluchtleiden.

5.5.: Ein Kleid aus den Buchstaben der Innovation.

6.5.: Können sollen wollen.

7.5.: Da ist mir ein Revue passiert (worden).

8.5.: Manche Menschen wollen einfach keine Boote vor den Berg gemalt haben und ich will auch nicht, dass sie es tun).

9.5.: Nach dem Essen ist vor dem Essen.

10.5.: Auf dem morgendlichen Weiher kurz nac h acht Uhr ziehen die Enten Kondensstreifen hinter sich her.

11.5.: Muttermalstageli.

12.5.: L U X U N S.

13.5.: Die Empfangqualität des Radios dadurch verbessert, dass ich etwas Butter auf der linken oberen Ecke des - wie nennt man das: wo man die Sender und Frequenzen lesen kann, dieses entsprechenden Fensters eben - auf der linken oberen Ecke dieses Fensters leicht zerrieb und schmelzen ließ.

14.5.: Ein Mann mit Hand erscheint mir noch kurz vor dem totalen körperlichen Zusammenbruch und macht alles ein wenig weniger schlimm.

15.5.: Zwei Wehs: eines mit und eines ohne Knick.

16.5.: Ein doppeltes Weh.

17.5.: Gestern komplizierte Bewegungen auf fließendem Gewässer, heute morgen: keinerlei Auswirkungen; abends allerdings: plötzlich einsetzender Schlaf.

18.5.: Dumpfbeutel.

19.5.: Tarnwaffel.

20.5.: Ein Mittwoch wie ein Samstag.

21.5.: Manchmal treffe ich meine Mutter nur zufällig im Wald.

22.5.: Die Katze erinnert mich an den ältesten Sohn, vor dem Napf sitzend und dich anguckend und nachher verschlafend auf dem Sofa scharrend.

23.5.: Für diesen Tag hätte man eigentlich noch einen Lieferschein gebraucht (nur wem hätte man ihn ausliefern solen?)

24.5.: wir wissen weder aus noch ein, der chef der wird zuhause sein, wir müssen es einfach wagen, wir müssen ihn trotzdem fragen, was er weiss, so' n scheiss, weiss nur er...

25.5.: MAIKLING.

26.5.: undringend.

27.5.: Über die Brücke fährt ein unverhofftes Rad, während durch's Gebüsch eine Überraschung humpelt.

28.5.: Pflegedienerin.

29.5.: Das Verschwinden von vereinzelten Dingen kann zu weniger Schlaf führen.

30.5.: Weimar wurde einer Autobahnraststätte eindeutig und spontan vorgezogen.

31.5.: Eine runde Ecke kann zu einem angestrengten Gesicht führen.

1.6.: Junge reifberockte Damen erklimmen einen grasbewachsenen Abhang am Völkerabschlachtdenkmal und sehen dabei aus wie zu groß geratene Schmetterlinge.

2.6.: Die Stadt Naumburg an der Saale gilt es, trotz Dom, als räuberisch veranlagt, abzulehnen.

3.6.: Erschöpfung beginnt im Enddarm.

4.6.: Manchmal wundert man sich selbst, wieviel man sieht.

5.6.: Die Krümmung der Zeitachse durch plötzliches Wiederverschwinden hatte, für den Tag als ganzes gesehen, nichts Entscheidendes gebracht.

6.6.: Im dritten Geschäft finde ich einen kleinen Kasten, in dem man Geräusche verstauen kann.

7.6.: Die Helfer kommen derart früh, dass es fast schon keine Hilfe mehr ist.

8.6.: Übersichtsleiter.

9.6.: Das Erstaunen darüber, dass auch Kondensstreifen am Himmel vom Wind weggeblasen werden, nicht anders als die Wolken auch; trotzdem wirkt es merkwürdig, Wolken sind ja mehr oder minder amorphe Formen, zwei wegwehende fast parallele Kondensstreifen sind ein Fall aus der Geometrie.

10.6.: Menschen können krankhaft sprechen.

11.6.: Die FDP hatte hier Wahlplakate, wo beispielsweise ein verdreckter Fussballtorwart abgebildet war, der Kopf mit einem Passbild eines FDP-Kandidaten überdruckt (:Wir kämpfen für Sie!) - heisst das nun: Wir sind der Kopf und die anderen machen sich dreckig?

12.6.: Auloten.

13.6.: Die Franzosen stürzen derzeit in einen Film, der den Titel C'est la vie trägt; wenn dies aber das Leben ausmacht, was dieser Film zeigt und wie er es zeigt, dann möchte man sofort von der nächsten Brücke springen: so vorhersehbar, so sterbenslangweilig, nichts berührt einen wirklich und nichts ist wirklich schlimm, denn wir sind ja alle eine Familie und halten zusammen.

14.6.: Um 5Uhr45 Kaffee gekocht danach ieder ins Bett gegangen und um 8Uhr30 aufgestanden, einen Text geschrieben, Blogeinträge geschrieben, gegen 10 Uhr Rasen gemäht, Linoldrucke gedruckt, nachmittags Lust gehabt, auf der Wiese auf dem Stuhl zu sitzen und zu lesen, allerdings sind junge Menschen gekommen, die den Rasen wieder langgezogen haben und in der Küche kochen wollten, was mir zuviel war, deshalb gegen 16 Uhr auf's Rad gestiegen und zu einer Bank gefahren, von wo aus man den Schaumberg ganz nahe sehen kann, davon eine Zeichnung gemacht und fast zwei Stunden gelesen, zurückgeradelt und unterwegs Lust auf Schinkenbrot mit Äpfelchen bekommen und ebendies zuhause dann gegessen.

15.6.: Die geringfügigere Variante von einem Masterplan ist nach neuester Universitätsreform dann ein Bachelorplan?

16.6.: Endbeere.

17.6.: Woran denken wir, wenn wir an den 17. Juni denken: an den Sprung des jungen Soldaten über den Stacheldraht beim Mauerbau oder an garnix (bei diesen beiden Alternativen dann doch vielleicht besser an garnix, oder?)

18.6.: Gleißend hell kann man sich wohl als Gegenteil vorstellen, unangenehm, blendend, modern, nur mit Sonnenbrille zu ertragen, aber: lichtgrau (eine Freude für's Auge!)(vielleicht)...

19.6.: Die deutsche Rentenversicherung Abteilung Saarland ist jetzt 365 Tage im Jahr rund um die Uhr zu erreichen: und kaum einer scheint mehr zu fragen warum und wozu ist dies notwendig (kostet das nicht einfach nur unnötiges Geld?)

20.6.: Vor zehn Jahren Tausend, in der Erinnerung bleiben bei den Menschen Hundert: da könnte man eine logische Formel draus entwickeln?

21.6.: Wenn Du tanken gehtst drück' Pause.

22.6.: Auch ne schöne Idee: die Bezahlung einer leitenden Kraft  beginnt erst ab dem Moment, wo zum erstenmal jemand auf ihrem Telefonanschluß angerufen hat.

23.6.: Auf den SPD-Plakaten für die Landtagswahl im Saarland haben sie den Spitzenkandidaten Heiko Maas jetzt mit einem Dreitagebart abgelichtet (vor Jahren hatte ich mal ne Zeichnung von ihm gemacht mit dem Titel: "muss der sich schon rasieren?" : wenigstens der Dreitagebart verleiht ein wenig Profil und bringt den Wind, der an den glatten Wangen entlangströmt, ein wenig zum Rauschen.

24.6.: In halblangen Hosen für Menschen männlichen Geschlechtes sehen dünne Beine immer noch einen Tick dünner aus, Haare dran und oben eine Flasche Bier in den überflüssigen Kopf geschüttet, yeah!

25.6.: Unterschiedliche Menschen bewegen sich alle zusammen in einem Raum, in dem sich jeder von ihnen auch schon ganz alleine bewegen durfte: ein interessantes Experiment.

26.6.: Ja, wie denke ich eigentlich "Blau", ich alter Angeber?

27.6.: Um 12 Uhr mittags mit der verpflichtenden Arbeit fertig zu sein ist ein herrliches Gefühl: komme jetzt, was da wolle (aber ja nicht. wer da wolle!)

28.6.: Jetzt weiss ich auch, warum ich das Wort "Mucke" nicht mag: es klingt zu sehr nach Spucke.

29.6.: Ab ins Egal!

30.6.: UNFREU.

1.7.: Mein Alter erschreckt junge Menschen, während draußen die Sonne trieft.

2.7.: Ein Gesicht wird sich ähnlich und wieder fremd, aber es bleibt, im Grunde, völlig unangetastet.

3.7.: Eine Verschmierung ruft Freude hervor, obwohl sie eigentlich erschrecken sollte.

4.7.: Ein Schauspieler singt und sieht sich überhaupt nicht ähnlich dabei.

5.7.: Meine Monde sind kleiner als deine Monde.

6.7.: Das gepflückte Gelb wird zu einem öligen Rot.

7.7.: Der Käse dieser Freundschaft ist gegessen.

8.7.: Anhaltende Irritation über eine Überdrehtheit.

9.7.: Füße (genauer: Zehen) in Nylonstrümpfe erinnern ein wenig an Obst in Gelatine auf Tortenböden.

10.7.: Wir haben eine merkwürdige Wohnung gemietet, wo sich über dem Wohnzimmer noch ein weiterer Raum befindet, was ja schön wäre, wenn ich ihn sehen könnte, aber man kommt nur dahin, indem man an einer Vorrichtung hochklettert, in der man jeweils den großen Zeh in ein kleines Loch steckt, sich hochdrückt und sich gleichzeitig mit den Händen an einer Stahlstange hochzieht: bei der Vorstellung, mein ganzes Gewicht auf meine großen zehen zu verlagern wird mir alleine schon schlecht.

11.7.: Ein Hund, der sich das umgeschnallte Blinklicht ganz von alleine anschaltet, trotzdem den Weg im Dunkeln nicht finden will.

12.7.: Der Einundzwanzigjährige, der sich beim Durchschreiten der Tür sofort in einen Zehnjährigen verwandelt.

13.7.: Der Mond als Problem der Punktefotografie.

14.7.: Im Regen stehend Regenbilder malen: die Grenzen der Kontrolle.

15.7.: Am sonnigen See sitzen und Büroarbeit erledigen: warum tut man das nicht öfter?

16.7.: falsch verstandenes Hungergefühl

17.7.: Imer mehr Fälle von Schweigegrippe in Deutschland (leider nicht...)

18.7.: Die Doppelbedeutung des Wortes: MAST.

19.7.: Ein absolutes Mast.

20.7.: Ein Schautrauriger.

21.7.: Wer überall ist ist nirgends, wer aber umgekehrt nirgends ist, ist nicht automatisch überall (wäre ja ein interessantes Problem für Weltraumforscher).

22.7.: Die Hecke wirft mit Regen um sich.

23.7.: Die Gräfin hatte sich bis zur Unkenntlichkeit verändert und es selbst noch kaum bemerkt: sie hatte eine neue Frisur

24.7.: Statt Elektrosmog riechen wir die Farbe weiter Hallen! 

25.7.: Über dem See steht die Sonne und die Menschen paddeln und treten ihre selbstgebastelten Badewannen, während ein Kommentator des Rennens an einer langweiligen Stelle einen Witz erzählt, einen Witz mit einer dermaßen hahnebüchenen und ekelhaften Pointe, dass für den Bruckteil einer Sekunde die Abgründe des menschlichen Daseins als kollektives Schweigen über den Wassern greifbar werden.

26.7.: Plagende Müdigkeit und schlechte Organisation sind keine Freunde.

27.7.: Ich habe auf einem Stück Teppich musiziert und ein bekanntes Stück von Beethoven intoniert: einfach die Finger auf dem Stück Teppich hin und her bewegt als wäre es ein Klavier, und die Menschen waren beeindruckt (und ich selbst auch).

28.7.: Die Steigerung des Bodens-unter-den-Füßen-Wegziehens, um aus der Mücke einen fliegenden Elefanten zu machen, der aber trotzdem nicht gegen die Schwerkraft ankämpfen kann, abstürzt und uns unter der Spirale des Konfliktes zu begraben: die Hände gucken noch raus und man ist wehrlos!

29.7.: Hab mir mal den Spaß gemacht: Wenn ich 50 Mio Euro habe und das alles, schön abgezählt in 20 Euro-Scheinen, und ich rechne mal mit einer halben Minute, um einen Flieger oder ein Papierschiffchen zu falten, je nachdem, ob ich das Geld schwimmen oder fliegen lassen will, und angenommen, ich wäre schön ausgeschlafen, um rund um die Uhr arbeiten zu können, dann könnte ich in einer Minute zwei Schiffchen oder zwei Flugzeuge oder ein Schiffchen und ein Flugzeug falten, das wären insgesamt also 1.250.000 Minuten, die ich dazu brauchen täte, weil: bei 20-Euro-Scheinen habe ich 2.500.000 Scheine zu falten; das würde mich also die nächsten zwanzigtausendachthundertdreiunddreissigeindrittel Stunden beschäftigen, was umgerechnet 868 Tage oder 2 Jahre und 138 Tage bedeutet, ist es nicht?

30.7.: Das was näher ist bewegt sich schneller.

31.7.: Dies war der längste Juli seit Jahren!

1.8.: Der Mann hieß Claus mit "C"; für ein "K" hatte es wohl nicht gereicht.

2.8.: Auf den FDP-Plakaten zur Landtagswahl wird jetzt immer eine Problem-Szene aus dem Alltag dargestellt, die der Kandidat Christoph Hartmann angeblich verändert wissen will, was ein wenig hilflos visualisiert wird, indem der Kopf der Problemdarstellerin/des Problemdarstellers mit einem Portraitfoto Hartmanns überdruckt ist, als ob er jetzt z.Bsp. zu dir nachhause kommt und deine Wäsche bügelt und auf die Kinder aufpasst oder die FDP sonstige Dinge für dich erledigt.

3.8.: Auf den SPD-Plakaten zur Landtagswahl machen die Werber überwiegend eine Heiko-Maas-One-Man-Show: in coolen Posen inszeniert, manchmal von schräg unten fotografiert, vor allem mit Drei-Tage-Bart soll er wohl groß, verwegen und kompetent erscheinen...

4.8.: Auf den CDU-Wahlplakaten zur Landtagswahl haben sie das Konterfei Peter Müllers ausgetauscht gegen die Konterfeie anderer Menschen; trotzdem steht da immer noch ein Slogan drüber, in dem der Name Peter Müller auftaucht - die abgebildete Person spricht sich nur für die Wahl Müllers aus: das sieht man allerdings erst auf den zweiten Blick und das macht auch nix: der irritierende Effekt dagegen ist ganz originell und verschafft im Vorbeifahren Aufmerksamkeit.

5.8.: Der Versuch der Erstellung neuer Verbindungen führt erst einmal zur kompletten Lahmlegung der Verbindung: des Fischers Frau im Internet-Zeitalter!

6.8.: Christoph Hartmann stellt auf seinem Wahlplakat die Frage, ob es nun Job heisse oder Kind, was ein wenig missverständlich ist, wie soll man es sonst nennen: Beruf oder Balg?

7.8.: Eine Ente alleine heißt vereinzelt; zwei Enten zusammen heißen deshalb noch lange nicht verzweifelt.

8.8.: Laut Duchamp: Der künstlerische Ausdruck ist der Ausdruck des Individuums, yesjawoll: deshalb heisst harthbasel ja auch HartHbasel!

9.8.: Eine Frau hält eine Schlange in die Höhe und durchsticht sich den metallbereiften Arm mit Messern: da sie es so unglaublich routiniert und interesselos tut, sieht man zwar was man sieht, denkt sich aber nur: das hat sie irgendwo gekauft und führt das jetzt vor (und einfach eine Schlange in die Höhe halten?)

10.8.: Der Rückwärtspfarrer mit dem Bartschwanz.

11.8.: Der kleine Hund hat Krebs und keiner kann helfen, während ich mit einem Schreibtisch und Computer auf dem Schulhof an der Wand der alten grundschule sitze und zu arbeiten versuche (es gibt allerdings kaum etwas zu tun und ich muss immer so tun als ob...).

12.8.: Ein ehemaliger Mitstudent ist bei uns auf Besuch: merkwürdigerweise weill er nicht mit mir reden, sondern bleibt erstmal bei den anderen in der Küche; etwas später, als er zu mir auf die Terasse kommt, immer noch grußlos, weiss ich immer noch nicht warum (wegen damals?): jedenfalls sieht er aus wie ein Ozelot mit einem zu langen Hals, hat kleine rote Äuglein und ernährt sich am liebsten von ziemlich ekelhaft aussehenden Insekten auf unseren Tomatensträuchern - (aber daran kann seine Zurückhaltung nicht liegen: es wirkt alles ganz normal, er will nur einfach nix mehr mit mir zu tun haben!)

13.8.: Ich fahre mit dem Zug nach Frankfurt, was ich gestern bereits gemacht habe, und sitze im Abteil und bemerke plötzlich, dass ich mein Fahrrad gar nicht in diesem Zug abgestellt habe und das dies auch gar kein IC ist, sondern ein normaler Bummelzug, und eine andere Frau zwei Reihen hinter mir bemerkt dies und meint nur, ja, da hätten am selben Bahnsteig zwei Züge nach Frankfurt gestanden und sie sei n un auch in den falschen eingestiegen usw. usf, nur: wieso sitze ich hier und mein Fahrrad befindet sich in dem anderen Zug, das scheint mir alles nicht logisch und hilft mir auch kaum weiter.

14.8.: Lauchzweifelblau.

15.8.: Ein frei improvisierendes Jazzquartett improvisiert frei vor sich hin, open-air, in einem öffentlichen Park, und es ist nicht nur interessant zu sehen, wie die Menschen darauf regieren, die sich nur zufällig und der Musik wegen an diesem Ort befinden, und man denkt, dass es gut ist, dass ein solches Konzert an einem solchen Ort stattfindet und man denkt aber auch, dass es doch auch heutzutage kaum sinnvoll ist, im Stile des Actionpainting zu malen, ohne dass ein Gedanke oder eine Idee dem zugrunde liegt, der oder die mit den Bedingtheiten des Lebens des frühen einundzwanzigsten Jahrhunderts zusammenhängt.

16.8.: Gedanken über einen Tapir.

17.8.: Die Frau schreit: tu das Messer weg, und wenn man die Polizei ruft, kann es sein, dass nachher noch alles viel schlimmer wird, es kann aber auch sein, dass man Schlimmeres verhindert, jedenfalls meinte dann die direkte Nachbarin: gut dass das endlich mal jemand getan hat, da konnte man ja schon seit langem nicht mehr zusehen.

18.8.: immer im kreis laufen bringt einen auch nicht recht vorwärts

19.8.: trauerplusling

20.8.: ein plus am ärmel

21.8.: eine hand schleicht sich von einem monat zum nächsten

22.8.: hühnerdeutsch

23.8.: der vogel sitzt auf einem baum (obwohl der vogel doch auch auf mehreren bäumen sitzen kann, wenn auch nicht gleichzeitig), doch wenn sie sich nicht vorstellen kann, wie ein vogel sitzt, dann sitzt der vogel auf einem baum mit seinem hintern direkt auf der krone, weil sie noch nie einen vogel gesehen hat, und schon gar keinen, der sitzt, dann sitzt der vogel auf der krone mit seinem hintern direkt, streckt seine füße nach vorne und seitlich weg, und hat einen langen hals.

24.8.: arbeite an der form: forme an der arbeit

25.8.: eisnatz

26.8.: denken ist wohnen

27.8.: Das hätte es früher auch nicht gegeben: im Kino spricht der junge Mann hinter der Knabbertheke die Jugendlichen mit Sie an: War das bei Ihnen alles?

28.8.: ermüden ist arbeit

29.8.: Charlie Parker und Peter Maffay haben am gleichen Tag Geburtstag: irgendwie ist alles Musik

30.8.: Gestern war ich Gerhard Richter, Jura Gagarin und Lea Linster, wusste aber erstmal nix davon.

31.8.: Jesus muss schneller raten.

1.9.: zerfetzt von den taten der woche bleiben keine eigenen gedanken

2.9.: Der Mann aus dem Kino versteht die Welt in falschen Bildern und versteht nichts von sich überschneidenden Parallelen.

3.9.: Die Führungskraft beharrt auf dem ordnenden Prinzip umfassender Kommunikation, merkt aber selbst nicht, dass er sich gerade in diesem Augenblick nicht verständlich gemacht hat.

4.9.: Hopp-plärr die, hopp, plärr da!

5.9.: nach wochen die erste dusche, improvisiertes leben für ein bett weniger

6.9.: Man kann sich hinsetzen und die Landschaft vorurteilsfrei genießen und man kann sich hinsetzen und überlegen, wo man bleibt.

7.9.: Verteidigungsminister verteidigt den Angriff der Bundeswehr, so steht es heute morgen in einer Internet-Nachricht: deswegen heisst der also so!

8.9.: Ein aufgeblasener Film, der, aus den sechzigern überliefert, merkwürdige Zuckungen der Hauptdarstellerin beim Jazzmusikhören provoziert.

9.9.: Katzen fressen Mohnkuchen.

10.9.: Kuchen als Kauen ohne Papier.

11.9.: Teigklumpen, die an Monde erinnern.

12.9.: Viele Menschen, die ich nicht kenne, die mich aber an bekannte Menschen erinnern.

13.9.: Der schlaksige Ornitrop hat keine Milch mehr zuhause, denkt aber sowieso, Poesie sei nur mit Alkohol zu haben.

14.9.: respektfrei.

15.9.: Ich lese in der Zeitung eine Notiz über Schüler und ihre Bortboxen und denke sofort: soweit sind wir schon, dass sich die Schüler in mnachen Schulen um ihr Essen prügeln müssen.

16.9.: Ein Esel als schlechtes und überführbares Tapirimitat.

17.9.: AUF DIESER WIESE BITTE KEINE TAPIRE IMITIEREN!

18.9.: Eine Firma philosophiert, wie das heute unter Firmen ja so üblich ist, ohne Liebe zur Wahrheit geht nichts, man meint es ernst, und kapiert witzigerweise die wichtigen Sachen erst Jahre später.

19.9.: Die unstoffelige Bedienung (Laura) meinte, was ich denn da malen täte, weil es sieht aus wie ne Palme, oder auch ne Wiese, mal doch nochn Pferd dazu, hab ich früher auch immer gemacht, meint sie, und ich hab dann weitergekritzelt und einen Esel dazugezeichnet, was wohl mit den Tapiren zusammenhängt und den schreienden nächtlichen und täglichen Eseln hier in der Nachbarschaft, wo ich immer denken muss: Herz Esulein, wenn ich dran vorbeiradel, und beim Bezahlen dann: hast Dus fertig darf ich mal sehn was hastn da drangeschrieben Herz Esulein; mal mir auch eins das gefällt mir: mal mir ein Pferd und schreib dann Herz Pferdelein dran (das Christentum ist halt auch nicht mehr das, was es mal war.) …

20.9.: In Nichts zu lesen und gleichzeitig in Duchamps Gedankengängen zu wühlen, macht einem den Schlaf hoffentlich wieder möglich.

21.9.: Landschaft mit Streifen.

22.9.: Es nimmt Formen des Sinnvollen an.

23.9.: Schreipulverschlucker.

24.9.: Der schwarze Hintergrund ist besser als der weiße Hintergrund.

25.9.: Alle Menschen mit Musik auf dem Ohr, als ging es nicht darum, die Sinne offen zu halten.

26.9.: Antibiometrische Zeichnungen.

27.9.: Treppensteigen und von den unterschiedlichen Arten ein Ei zu essen sprechen.

28.9.: Ein junges Mädchen steigt in die Straßenbahn und stellt sich sofort mit dem Gesicht zum Fenster.

29.9.: Der asteigende Rauch as den Schornsteinen steigt bis in eine gewisse Höhe, um dann plötzlich einen Haken zu schlagen, der eine nach rechts, der andere nach links, aber beide in dieselbe Richtung, hier am Horizint bereits in der Nacht, dort am Horizont noch am Tag.

30.9.: Übermorgen werde ich mich im ehemaligen Sinn bewegen.

1.10.: Die Pinguine sitzen im Café und zeigen mir ihre Ausweise.

2.10.: Man sagt immer, man wisse nicht, was nach dem Tod kommt, das habe noch niemand gesehen; ich denke aber doch: was hat man denn vor seiner eigenen Geburt gesehen?

3.10.: Ein Gesicht begegnet dir nach dem anderen Gesicht im Einminutentakt, einen Nachmittag lang, und selbst am Schluss siehst Du immer noch Unterschiede (vielleicht sogar mehr als zu Beginn...)

4.10.: Nach so vielen Menschen sollte man vielleicht in den Zoo gehen, tut es dann aber doch nicht.

5.10.: Katze und Kopfweh: beides fängt mit k an.

6.10.: Das merwürdige an Beerdigungen ist doch auch, dass keiner auf den Gedanken kommt, bei einsetzendem Regen zum Beispiel zu sagen: komm wir warten, bis es weniger wird, nein, man macht es bei schlechtem und gutem Wetter, ohne Unterschied.

7.10.: Gib dem kleinen Mann endlich sein Geld und er wird erstrahlen und wachsen auf ewig und immerdar - naja. wenigstens für einen Tag.

8.10.: Je länger man manche Dinge nicht getan hat, desto fremder werden sie einem und detso unwahrscheinlicher, dass man sie je getan hat.

9.10.: Wenn etwas neu entsteht, heisst das noch lange nicht, dass das Alte aufgebraucht ist; es kann logischerweise auch heißen, dass von dem Alten noch ein wenig da ist, und dass man ausnahmsweise mal nach vorausschauend plant.

10.10.: Ein standardisiert-lieblos gemachtes Schnitzel ist manchmal amgebracht, die hilflos-unauflösbar-ausweglose Situation adäquat abzufedern.

11.10.: Zitternd verliere ich meinen Bart.

12.10.: Aus dem absouten Tiefschlaf geworden, die schrecklichen Bilder gesehen, trotzdem abends unglaublich konzentriert gewesen.

13.10.: Bei der allmonatlichen Wallfahrt war die Hölle los: fällt heutzutage keinem mehr auf, wenn man so etwas sagt.

14.10.: Gutgelaunt ins erste Missverstaändnis!

15.10.: Ein Hase, eine Kirche, ein Iglu, ein Baum mit einem Trabantengestirn...

16.10.: Ich komme in einem Traum vor und denke spontan, dass ich mich doch gar nicht daran erinnern könne, der Retter der Aquarelle gewesen zu sein.

17.10.: Die Menschen gehen spazieren und blicken dabei meist zu Boden.

18.10.: Ich sollte endlich mal was anderes tun.

19.10.: Das kleine Kind schlägt den Hund, der von der Schwester rasiert wird, wobei es undeutlich bleibt, welche medizinische Maßnahme dies nun wiederum sein sollte, jedenfalls fürchte ich um die Schwester und schreie das Kind an, wie alt es denn sei und wieso man mit gerade mal neun Jahren bereits so blöd und hirnverbrannt sein könne.

20.10.: Zwei Schenkel eines gleichschenkligen Dreieckes, worauf sich am Scheitelpunkt ein kleines Tümchen bäumt.

21.10.: Die Menschen staunen bereits darüber, dass eine ausgebildete Opernsängerin, die im Fernsehen auftritt, "genauso gut" ist, wie der arienträllernde Gewinner einer Casting-Show (oder wie man es anders formulieren könnte: Deine handgemachte Pizza schmeckt fast wie eine richtige (eine aus der Tiefkühle nämlich))(die Kultur hat mich kaputt gemacht).

22.10.: ...wie eine braune Gans, die, kopfüber, das Rohr hinabrutscht.

23.10.: Heute bin ich froh, denn das Wetter ist diesig, dann können die Leute endlich sehen, wie ich vor Glück an die Wand strahle.

24.10.: Ich kaufe eine Rose und bin doch kein Klavier; ich vergesse die Rose und nachmittags holt mich dann die Vergangeheit ein; ich kaufe aber nicht wildfremden Menschen Babynahrung.

25.10.: Die drei toten Fische in dem Plastikbeutel, später dann mit hochquellenden Augen und geblecktem Gebiss bei 180 Grad im Backofen (Grillen mit Umluft); und aus dem Radio fällt der Satz: Ich sah den Frieden...

26.10.: Picasso, Georges Bizet und Peter Rühmkorf haben am selben Tag Geburtstag (gestern).

27.10.: ein dreieckiges Gedicht, jemand hat mir gesagt, ich soll hier keine dreieckigen Gedichte lesen, zu spät (Bukowski meets Pythagoras)

28.10.: Ein kleiner umherspringender Vater, Dr. Nerv bis zum letzten Tag, und vielleicht nervt er auch noch Pastor und Gäste bei seiner Beerdigung, die ich wahrscheinlich leider nicht mehr erleben darf, denn der bringt uns alle ins Grab, und sein etwas größerer Sohn, Dr. Nerv junior, eingepfercht in der eigenen Kraft, saftspritzend vor Humorabsenz.

29.10.: Notherbst.

30.10.: Der Mann ist bekannt und sieht dann doch ganz unbekannt aus.

31.10.: Der bekannt unbekannte Mann hatte einen schönen Abend: wir greifen in den Fundus dessen, was wir sowieso aus dem Ärmel schütteln können und der Jubel fliegt uns zu, weil er eine so erfolgreiche und beeindruckende Verganenheit hatte.

1.11.: Drei bis vier Kisten sind teurer als das Auto, in dem sie transportiert werden.

2.11.: Wir bekommen Geld, das wir eigentlich doch nicht bekommen, wir haben es und müssen es für andere ausgeben, die sich darüber freuen, aber freuen wir uns auch?

3.11.: Die kleine Skulptur wiegt nicht nur schwer in der Hand, sondern lastet mit dem ganzen Gewicht ihres Preises auf unserer Leichtfertigkeit.

4.11.: Mit dem letzten Aufbäumen der letztverfügbaren Kraftreserven an morgen gedacht.

5.11.: klein und gekrümmt, mit Stacheln dran...

6.11.: ein Kringel, aus dem etwas hochzugucken scheint, ein Tier vielleicht, ein freundliches Tier, wenndenn, ein freundliches Tier, das durch einen Rettungsring guckt...

7.11.: Ein rollendes Verkaufsgestell kann man sich auch als Kreuzfahrtschiff denken.

8.11.: Die Menschen haben Geschmack und dann gleichzeitig auch wieder doch nicht; auf jedenfall sind ihre Wohnungen überheizt.

9.11.: Alle entdecken was Neues und ich bin froh.

10.11.: Im Radio erzählen sie was von Jamaika, einer kleinen armen Insel, isoliert und arm; und heute wählt im Saarland die sogenannte Jamaika-Koalition ihren Ministerpräsidenten, klein, arm und isoliert, aber ein Beispiel.

11.11.: Wenn man Bukowski liest (439 Gedichte auf 961 Seiten) kommt man unvermeidlich auf die Idee, Gedichte über Neunkirchen/Saar schreiben zu wollen.

12.11.: Ein alter Mann, den ich nicht kenne, führt mich durch das Schhwimmbad (ein Freibad) und ziegt mir das Wasserbecken hinter den Büschen, das ich bisher noch nicht gekannt habe, doch ich trage am Handgelenk, ob am rechten oder am linken, daran kann ich mich nicht mehr erinnern, einen extrem schweren Schlüsselbund.

13.11.: Aus Berlin kommen täglich Karten, doch mein Kopf will sich nicht bewegen lassen.

14.11.: Kann man gleichzeitig anwesend sein und sich Platz verschaffen?

15.11.: Auf dem Bahnsteig zwei jugendliche Basecap-Träger mit einer Zweiliterflasche Cola, im Zug eine blonde Frau, Endvierzigerin wahrscheinlich, die unter dem kurzen Mantel einen so kurzen Rock trägt, dass.

16.11.: Eier mit Weihnachtsmotiven bemalen.

17.11.: Es gibt große Städte, in denen ich noch nie war!

18.11.: ein ausgesprochen ausgefallenes Gespräch

19.11.: Eine Verletzung, die man nicht spürt und.

20.11.: ein kleines rennendes Gestrüpp im Gegenlicht

21.11.: Wenn man in den Ort einfährt, sieht man es gleich, hellerleuchtet neben der im Dunklen thronenden Kirche und: man kann dort sogar über Amerika sprechen!

22.11.: Die Großmütter tunken den Kuchen in ihren Kaffee, den sie auf die bemalten Teller stellen, darunter das Fotoalbum mit den Fotos, wie man das früher alles so gemacht hat, darüber dann das Handalbum mit Fotos der selbstgemalten Aquarelle.

23.11.: außenwestministerwelle

24.11.: Eine Schriftstellerin ohne Poesie und eine Kritikerin ohne Kritik, deren langer Arm bis überallhin reicht, die aber ihren Kopf nicht auf das Papier bekommt.

25.11.: das emotionsfreie Auto.

26.11.: Weihnachten sollte olympisch werden, d.h.: nur noch alle vier Jahre.

27.11.: Donnerstagsabende sind kürzer als andere Abende.

28.11.: In Gedanken an all die Menschen, die es noch zu sehen gilt bleibe ich heute abend zuhause.

29.11.: Vor uns die Brocken der Überraschungen.

30.11.: HEULE ALLES - HEUTE ALLES.

1.12.: Neben mir sehen alle harmonisch aus.

2.12.: Vier Menschen lesen und keiner will das Geld haben.

3.12.: Fünf oder sechs Waschbären krabbeln intuitiv und hinterlassen dabei einen guten Eindruck.

4.12.: Peter Weber ist tot und wir wissen es nicht.

5.12.: Peter Weber ist tot und wir wissen es nicht.

6.12.: Peter Weber ist tot und wir wissen es.

7.12.: Peter Weber ist tot.

8.12.: Peter Weber ist tot.

9.12.: Der blaue Himmel hängt über einer Welt, in der die Menschen Weihnachtsbäume kaufen im Topf mit Anwuchsgarantie; was wenn der Baum nicht anwächst: bringt man dann die Rechnung zurück und ein totes Bäumchen und spricht: Geld zurück?

10.12.: Kleine nervöse Männer mit nur Geld im Kopf rennen und rennen und rennen und brüllen ihren Unmut raus und werden uns alle überleben und sind unnütz und unhöflich und haben keinen Anstand.

11.12.: Alle Tage sind gezählt.

12.12.: "Viele Prominente schlossen 2009 den Bund für's Leben; manche bereits zum wiederholten mal", so stand es im Internetz zu lesen: das merkt wohl auch schon keiner mehr, oder?

13.12.: Der Körper hat nichts mit dem Tod zu tun.

14.12.: Binnenwachs.

15.12.: Ich fahre mit dem Bus irgendwohin, nur um anschließend zurückzulaufen.

16.12.: Er hätte auch Musiker werden können, wurde dann aber Ingeneur; hätte er wirklich?

17.12.: Das Polizeiauto hält direkt neben mir und die Stimme kommt heraus und fragt mich nach dem Weg zur örtlichen Justizvollzugsanstalt (wo geht es hier zur JVA?, ahja, jetzt weiß ich es wieder, an den Tankstellen dann rechts, jetzt kann ich mich wieder erinnern, Dankeschön): Fenster zu und ab.

18.12.: Eine Pausenwaage: welches Gewicht hat eine Unterbrechung?

19.12.: Entsorgungsohr.

20.12.: Die Arbeit wird gewogen, gewagt und gewiegt.

21.12.: Gerade eine Lücke bei Google entdeckt: wenn man sich an ein Gesicht erinnert und es innerlich vor sich sieht, so müsste man diese Vorstellung bei Google eingeben und nach dem Namen der entsprechende Person suchen können, der einem partout nicht mehr einfällt.

22.12.: Wie hört sich eine Tasse Kaffee an?

23.12.: runde Ecke: spitze Kreise: spitze Krise.

24.12.: Auch in stillen Nächten gibt es die Parallelwelten umherfahrender Menschen, irgendeiner bewegt sich immer. 

25.12.: Das Grau der geschmolzenen Straßendecke.

26.12.: Doppelter nächtlicher Überschlag führt zu eingeschränkter Bewegungsfähigkeit, führt zu rührenden Szenen gegenseitigen Schuhzubindens, Anhebens und Abstützens, die man bei den Überschlägern kaum für möglich gehalten hätte: die Frage ist nur, ob das auch ohne doppelten Überschlag alles so zartfühlend wär'.

27.12.: schneebilf.

28.12.: Unter geht die Haut.

29.12.: Ingenieur rein kraft.

30.12.: Seele - Wolf - Kostüm.

31.12.: Gegen Ende des Jahres sieht die Wiese alt aus.

1.1.: Der Sprung berührt, er gelingt, und wir sind die ngenieure unserer Seelen: so endet die Welt!

2.1.: EINRI.

3.1.: Arbeitsfisch.

4.1.: Ein Abend, an dem einfach alles gelang, an dem große und kleine Fortschritte gemacht wurden, dieser Abend war die Rettung für einen ganzen Tag.

5.1.: Der Tod als sanftes Ereignis; die Welt wird immer unwichtiger und muss sich eigentlich schämen.

6.1.: Zu nahe dran sein heisst ebenfalls: selbst immer leichter werden und der Welt abhanden kommen: OBACHT!

7.1.: Heute vor einer Woche ist eine lange Zeit her, dazwischen liegt ein Jahres-, aber kein Tapetenwechsel; ob die Wiesen noch alt aussehen, keine Ahnung...

8.1.: Mit nacktem Leibe an Menschen vorbeischleichen, die Essen essen.

9.1.: Ich ziehe um, habe meine Wohnung gekündigt, eine neue gemietet, Montag soll es losgehen, als mir sonntag nachmittags einfällt, ich hatte ja noch eine zweite Wohnung, die ich morgen ebenfalls leer, sauber und gereinigt abgeben muss, die hatte ich aber vollkommen vergessen!

10.1.: Was man alleine tut, hat man auf jedenfall getan; man muss nicht warten, bis jemand anderes es auch tut.

11.1.: Es gibt Menschen, die behaupten, Katzen hätten Kultur; ob sie das auch noch sagen, wenn ihnen ihre Katze täglich vor die Kellertüre scheißt?

12.1.: Sich lauthals darüber beklagen, wie lauthals die Menschen doch sind.

13.1.: Vierzehn Arten, den Schnee zu beschreiben.

14.1.: Das Gegenteil von Schreibkraft: Leseschwäche.

15.1.: Fernseher ist Antriebsschwäche.

16.1.: Kleiner Spaziergang über Nichts.

17.1.: Ich hab bereits eine Vergangenheit, an die ich mich erinnern kann.

18.1.: Das Eis is glatt, der Hund schlägt mit dem Schwanz gegen die Heizung, das Lächeln gefriert.

19.1.: Sorgenfalten, sorgfältig herbeigeführt.

20.1.: Wir kaufen eine neue Sorte Zahncreme, damit der Schnee nicht mehr so stinkt.

21.1.: Wenn der Wald läuft, hat er viele Beine.

22.1.: Sehr sehr beruhigend: einer der Chefankläger und Allesscheißefinder der hiesigen Kunstszene zeigt eine, von der Chefkritikerin gelobte, Reihe von "wütenden Zeichnungen"; natürlich kann man auf derselben Ebene, auf der man sich gesamtgesellschaftlich angekotzt fühlt, auch zurückkotzen, das ist durchaus auch mal notwendig und schafft Luft, bleibt aber dann doch in seinem eigenen wütenden Geschimpfe stecken, und: aus der bildnerischen Übersetzung von Arschkriecherei mit Schwanzlutschen wird noch lange keine antibürgerliche Ästhetik, im Gegenteil.

23.1.: Kerne und gärne.

24.1.: Die unendliche Aneinanderreihung des Mannes mit der Schneefräse, abends kurz nach 23 Uhr.

25.1.: Wie eine Harfe oder ein Seepferd, gebogen, nur viel viel wulstiger und liegend; vorne ein Fortsatz, fast wie eine Hand.

26.1.: In Gegenden wandeln, die man kennt, die einem aber neu sind.

27.1.: Man merkt es selbst, wenn man mittags nicht da ist.

28.1.: Eine winzige Gedankennotiz mit dem Bleistift auf eine alte Kinokarte, mit letzter Kraft gezeichnet, und trotzdem ein Blättchen, das jemand anderem Mut gemacht hat.

29.1.: Öl auf, kann was!

30.1.: Bis zu 30 cm tiefe Spuren, die nach kurzer Zeit keiner mehr sieht.

1.2.: Eh das Interessanteste am Schnee: der Autofahrer landet mit seinem Gefährt im Graben, am nächsten Tag ist alles geschmolzen und jeder wundert sich: wieso?

2.2.: Die Bedienung aus dem In-Café frühstückt morgens im alteingesessenen Alternativ-Café.

3.2.: Klein sitzend.

4.2.: Die einen bekommen ein Verdienstkreuz, die anderen werden verlassen.

5.2.: Der Slogan zieht nicht automatisch den Inhalt nach sich (Binsenweisheit).

6.2.: Die Farbkombination schneeweiß und hallenbadblau, später dann draußen tauweiß und dunkelnaßgrün.

7.2.: Kräftig, in Reih und Glied nach oben zeigend, fünf nebeneinander, auf einem Podest: alles sieht ein wenig aus wie ein Tempel ohne Dach.

8.2.: formieren - informieren - deformieren

9.2.: Ich zahle mein Meer immer.

10.2.: Nach Jahren wieder einmal einen umgestülpten Fernseher herstellen!

11.2.: Ich war in der Straßenbahn engagiert als Fahrkartenkontrolleur, hatte aber eigentlich nur auf meinem Platz zu sitzen und zu warten; und immer wieder kamen Fahrkartenkontrolleurinnen in den Wagen, denen ich dann meinen Kontrolleursausweis zeigen konnte, statt einer Fahrkarte, freundliches Nicken, hallo: ah, ein Kollege, sozusagen.

12.2.: Ich lege das Buch in den Schnee, damit sich die schwarzen Buchstaben besser abheben können.

13.2.: Ein kleiner schwarzer Punkt bewegt sich durch das Weiß, wird größer und begrüßt sein Kind.

14.2.: Die Erinnerung an eine starke Steigung aus der Ferne.

15.2.: Ich suche den Chef; eben noch war ich mit ihm Joggen, ich wurde neu eingestellt und kenne ihn noch nicht so gut, wurde aber durch einen Mann mit einer Kuh aufgehalten, der mich in ein Gespräch verwickelte...; jetzt bin ich in der Firma und alle begrüßen sich am frühen Montagmorgen, nur ich renne umher und finde sein Büro nicht.

16.2.: In Anbetracht unserer plötzlichen Ratlosigkeit veranstalteten wir einen spontanen Konfusionsabend.

17.2.: Erhöhen Sie die Panik an Ihren Maschinen!

18.2.: In dem Wald, in dem sich kaum ein Heiliger je einfinden wird, früher nicht und jetzt auch nicht, werde ich, zu Fuß unterwegs, plötzlich und unerwartet von meiner eigenen Frau aufgegabelt.

19.2.: Es findet sich kein Sinn, ob ernsthaft gesucht oder locker konstatiert.

20.2.: Das Weiß hinter dem Blau hat sich zurückgezogen, sodass das Grün zum Vorschei kommt: sechsundvierzig dann trotzdem locker und unbeschwert.

21.2.: Nicht immer tropft und blubbert es in dem, was es zu hören gibt, zum Schluß allerdings ein wunderschön hellblau gefärbtes Stückchen Meerwasser zum essen, schwabbelig aber salzig.

22.2.: Der Kopf bewegt sich seitlich und schmerzt.

23.2.: Auf der kleinen ausklappbaren Guckkastenbühne guckt uns die Sängerin entgegen, schöner als in Wirklichkeit.

24.2.: Das Thematisieren eines Themas mit mehreren betroffenen Menschen kann auch ganz leicht und schnell am eigentlichen Thema vorbeiführen.

25.2.: Das spontane Erklimmen des künstlichen Berges aus einer Notdürftigkeit entwickelt führt zum Betrachten einer Leiter, die aus der Nähe betrachtet das Vorurteil wiederlegt, sie reiche einfach nicht tief genug.

26.2.: Wenn man in der Stadt zufälligerweise fünf bekannte Gesichter fast gleichzeitig trifft, dann kann das den Eindruck von Berühmt- zumindest aber von Bekanntheit erwecken.

27.2.: Gestern abend in der Stadt durch Dreharbeiten gestolpert, wohl für den nächsten Saar-Tatort: der Fehler beginnt wohl bereits dort, wo zwei Schauspieler im Rinnstein sitzen, um zu zeigen, dass zwei Menschen im Rinnstein sitzen, um zu zeigen, dass solche Menschen normalerweise, und jetzt wahlweise: im Rinnstein sitzen oder nicht im Rinnstein sitzen.

28.2.: Die unglaublich leckere Speise war an einer Stelle allerdings derart hart zu kauen, dass die Menschen ganze Stücke ihrer Zähne verloren; um diesen Verlust auszugleichen, malten sie später fliegende Schweine an die Wand.

1.3.: Husten wird verstanden, Niesen nicht.

2.3.: Das Klagen über die Ablehnung führt zu einer Verzögerung der Trauerrede.

3.3.: Wenn man an seinem Geburtstag nach dem Portraitieren niedlicher Tiere ungebremst auf den Kopf fällt, was hat einem das nun zu sagen?

4.3.: Ein Tag in der Vorstellung wie eine festgefügte Schachtel und wenn dann auch noch die Sonne scheint und es gleichzeitig klar und kalt ist, dann steht dem nichts mehr im Wege, dass man denkt: ich und dieser Tag und diese Schachtel gehören alleine mir -  es sei denn der Baum hinterm Haus und der Himmel hintendran wollen sich nicht ganz in diese Schachtel einfügen lassen, so dass einen das Gefühl beschleicht, woran liegt es bloß, es scheint doch wohl nur ein ganz normaler Tag.

5.3.: Aber jeder sollte und muss sein eigenes Geheimnnis entdecken und dies bleibt, wann immer und wo immer wir an Peter denken mögen, als Vermächtnis und als unsere Aufgabe.

6.3.:niewiederwirddiesonnescheinenallekinderwerdenweineneswirdwinterseindasganzejahr

7.3.: Die Menschen wollen ernst genommen werden, aber trotzdem Autos bemalen: das wird lustig und endlich ein Zeichen setzen!

8.3.: Kapitalismusrisikoversicherung.

9.3.: Laut wachsen die Dinge noch nie.

10.3.: Mitten in einer alten Wiese, ca. 15 Meter vom Wegesrand eine alte Holzbank mit Tisch zum Ausruhen, verwittert, mindestens so alt wie die Wiese selbst, ebensolange nicht mehr besessen und betreten, fast wie ein japanisches Schriftzeichen: hat Goethe jemals die Saarschleife gesehen, so wie man davon ausgehen kann, dass die Wasser beim Rheinfall bereits zu Jesu Zeiten ebenso laut waren wie heute?

11.3.: Die Gemüter haben sich wieder beruhigt und es wird wieder langsamer gearbeitet.

12.3.: Die Menschen spannen Spannseile durch eine Halle und stellen auch damit natürlich keine Verbindung zwischen drinnen und draußen her.

13.3.: Keiner Würde geblickt.

14.3.: Eine merkwürdige Landschaft mit Kraterseen ohne Krater und einer Autobahn, die man sogar sehen kann.

15.3.: Die Fortführung der Vergangenheit mit anderen Mitteln.

16.3.: Viele hunderte mit immer denselben Wörtern betippte Zettel erinnern an immer dieselben Jahre vor vierzehn Jahren, gelbe Flecke ab und an.

17.3.: Ein junges Mädchen mit lockigem Haar, kurzem Kleid und modischen Stiefeln singt tapfer halbstündlich ihre Lieder, danach überraschende Pause (halbe Stunde).

18.3.: Von ferne denkt man unwillkürlich an die Muppet-Show oder Sesamstraße, was aber eindeutig an der Frisur liegt.

19.3.:  Wie ist das, wenn man vor Jahrzehnten mehrere gute Lieder geschrieben hat, diese auf der Bühne seit Jahrzehnetn immer wieder interpretiert, älter wird und sich verändert?

20.3.: Die Menschen kommen zum Mittagessen, füllen den Raum und wissen nichts von den Sachen, die wir uns abends, wenn sie weg sind, an gleicher Stelle angucken werden.

21.3.: Jakopf.

22.3.: Wir starten eine Verdummung.

23.3.: Kaum ist der Winter abgetaut, wird das Eis im Auto vorbeigebracht.

24.3.: Der erhöhte Farbdichter.

25.3.: in einem Raum, in einer Zahl: im Handumdrehen

26.3.: klein und schwierig: fast wie kleine Goldnuggets

27.3.: wie eine Schleife, sehr entspannt

28.3.: wie zwei zusammengehaltene Beine, unentspannt

29.3.: Helmut Kohl war im Jahre 1976 so alt wie ich jetzt.

30.3.: Alles Grüne sollte man sich hier weiß vorstellen, und alles Graue grün?

31.3.: Die Menschen diskutieren im Fernseher: jeder darf, jeder kann, jeder wird unterbrochen, bevor es in andere Bahne läuft, als das Schema vorgibt.

1.4.: Wir stellen uns mit einem Schild, auf dem groß "Acryl-Acryl" steht an den Straßenrand und keiner wird es verstehen!

2.4.: Lars von Triers "Dogville" sollte über die Ostertage im TV gezeigt werden.

3.4.: Ein plötzliches abendliches Tommeln und Bügeln als Formen der Völkerver- und Völkermißverständigung; anschließend Essen.

4.4.: Der verlorene Sohn kommt pünktlich und zu Fuß.

5.4.: Dortsein und nicht dort sein, bei sich sein und bei jemand anderem sein.

6.4.: Fast im rechten Winkel: groß und lang senkrecht, am oberen Ende nach rechts ab.

7.4.: Vor einem Jahr werde ich in meine Vergangenheit reisen und Bärlauch finden, massenweise Bärlauch, den ich früher dort nicht bemerkt habe und den ich in ein paar Wochen pflücken will, dort muss ich noch einmal hin!

8.4.: Morgens im Radio Sendung über Komazustände gehört und abends in Tiefschlaf gefallen.

9.4.: wie zwei Hörner, die nach rechts und links ausschweifend, auf einem leicht erhöhten Zentrum montiert, auch auf einem Sockel stehen könnten

10.4.: völlig gelb, aus völlig anderen Welten, eines unscharf in seiner Erscheinung, aber groß und präsent, das andere klein und mit scharfen Augen

11.4.: Eine Marathonläuferin erfindet die Stürzstrümpfe.

12.4.: nach unten fächerförmig ausgreifend, fünfärmig

13.4.: Einmal zuviel links und schon dehnt sich die Zeit in die falsche Richtung.

14.4.: Richard Tuttle kommt auf Besuch und bringt Vanessa Beecroft mit.

15.4.: Parkbankkrise?

16.4.: Heute vor 32 Jahren wurde ich konfirmiert; es hat geschneit, als wir aus der Kirche kamen, was mir heute abend, komplett übermüdet und ausgelaugt, beim Käsekuchenbacken aber überhaupt gar nichts geholfen hat.

17.4.: Werde müde wach, bin ausgelaugt, habe einen langen und anstrengenden Tag, backe nachts noch einen Käsekuchen, während Malcom McLaren im Fernsehn über Radikalität erzählen darf.

18.4.: Je länger der Tag, desto mehr stören die Geräusche.

19.4.: Die Muscheln ordnen sich nicht zu einem Tag.

20.4.: Eine Tasse seitwärts gestemmt.

21.4.: Eine Ampel als Zimmerpflanze.

22.4.: Wie eine gekrümmte Madonna mit Kind, die eine Nabelschnur zwischen ihren Schulterblättern trägt.

23.4.: Den Übergang ins Gespräch müssen wir noch üben.

24.4.: Im Radio: Austrittswelle auf Missbrauchsfälle (das reimt sich!)

25.4.: Die Großmutter lebt, die Mutter lebt, der Wald ist vertraut, der Abend ein Abend mit vertrauter Dunkelheit, das Flugzeug kommt hinter dem Wald hervor, es ist feindlich, stürzt ab und der Wald brennt und wir geraten in Gefahr.

26.4.: Der Staub liegt auf allen verbogenen Büchern und die Schallplatten sind aus ihren Hüllen gekrochen, nicht alle, nur die, die mich wirklich interessiert hätten: wir erinnern uns.

27.4.: Länger jung und gesund mit Nina Ruge: das ist fast ein wenig wie Raucherentwöhnung mit Helmut Schmidt.

28.4.: Dass die Scientologen immer wieder verstärkt in den Medien auftauchen und als gefährlich dargestellt werden, kann natürlich auch durch die Deutsche Vermögensberatung gesteuert worden sein, die von ihren eigenen Schandtaten ablenken will, und in Wirklichkeit bereits alle Fäden hinter den Kulissen in der Hand hält.

29.4.: Es sind die Mißverhältnisse, die einen ärgern.

30.4.: Der Mann schickt die Vögel durch die Luft und redet dabei zuviel (wie soll man sonst bei einem Uhu hören, dass man bei einem Uhu nichts hört?)

1.5.: wie eine kleine Krone, seitwärts gelegt, verschnörkelt und in mehreren Schichten




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