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2.5.: Haus Birke Müll

3.5.: ein seitenverkehrtes Q mit einem zusätzlichen Verschluß am unteren Ende des Kreises, dieser Verschluß aber nach links weggehend

4.5.: Nichtraucherbahnhof Neunkirchen/Saar: ein komplett weiß gekleideter Jugendlicher mit viel zu kurzen Beinen besteigt das einzige Mädchen der Vierergruppe im wahrsten Sinn des Wortes, d.h. sie sitzt auf der Bank und er krabbelt immer wieder auf sie drauf und verteilt seinen Kuss, die anderen beiden amüsieren sich, zerren ihn aber trotzdem immer wieder runter, wahrscheinlich einzig nur, damit er wieder draufkrabbelt.

5.5.: der Berg ist so überarbeitet, dass er ganz dünnwandig geworden ist und am liebsten alle unter sich begraben möchte: platt sein und platt machen

6.5.: wie ein Fingerzeig nach oben, gleichzeitig ein Hase mit nur einem Ohr, das Maul wülstig und in sich verdreht

7.5.: Viele Dinge tun, die von außen bestimmt werden, selbst wenn sie Spaß machen, lässt die Zeit rasen, man guckt auf die Uhr, und schon wieder ist Weihnachten; man hatte zwar Vergnügen an diesen Dingen, aber das Jahr ist um-.

8.5.: Wie stelle ich mir einen Ferdinand vor?

9.5.: Im Fernsehprogramm der FASZ muss man lesen: ARD, Anne Will: Schicksalswahl in NRW; merkt das noch irgendjemand?: eine Wahl ist eine Wahl ist eine Wahl und ein demokratischer Prozess wie immer der auch läuft und was man davon halten mag, also ist und bleibt eine Wahl, ist aber kein Schicksal, bei dem man meistens keine Wahl hat (oder immer keine Wahl?):

10.5.: Früher hatte ich immer Angst, die Bilder sind kurz vor der Ausstellungseröffnung alle von der Wand gefallen, heute stelle ich sie freischwebend in die Landschaft und gucke was passiert: ein Fortschritt?

11.5.: Haus Birke-Müll

12.5.: Nun ist man denn Kabarettist und Moralist und bringt das doch locker und geistreich, aber man bringt das seit Jahren, in leichter Veränderung, manche Witze bleiben, andere gehen, mal spielt man Klavier, mal nicht, ganz nach Stimmung und abendlicher Verfassung, aber trotzdem weiß man, wenn ich jetzt dieses Wort sage, dann werden sie lachen, und irgendwie sind sie heute abend ein wenig zäh und jetzt sage ich das dann und dann lachen sie und: komisches Gefühl doch auch, oder?

13.5.: Ich interessiere mich ja nicht so sehr für Rohre.

14.5.: Tun als Tätigkeit

15.5.: Der Juniorchef spielt in einem öffentlichen Federballturnier, in dem zwei Mannschaften gegeneinander antreten, das Publikum wird derweil durch eine Rockband unterhalten, deren Gitarrist sich grade neue Seiten aufzieht, während ich versuche, die Situation dadurch zu retten, indem ich neuen Zucker hole.

16.5.: Es geht nicht in erster Linie um Häutungen, sondern um Verspannungen in der Welt, aber auch um das unaufhaltbare Altern, die Gegenstände bleiben jung und begehrenswert, während die Hauptfigur mit sich ringt.

17.5.: lila Leuchtturm bringt auch nix

18.5.: ütrur

19.5.: Der Moralist, der an der Welt gescheitert ist, bringt Verdruss: man kann auch einfach mal nur gucken!

20.5.: Wir wollen durch die Kiste gucken, doch müssen wir feststellen, dass das, was gestern noch möglich war, heute nicht mehr geht.

21.5.: Von morgens halb neun bis abends viertelvorelf das erste Radioprogramm des SR zu hören (in der Eigenwerbung als "Ganz großes Radio" gebrandmarkt) verstößt mit Sicherheit gegen die Genfer Konvention.

22.5.: Wenn es uns gefallen würde, hätten wir ja was falsch gemacht...

23.5.: Im neuen Operndorf von Christoph Schlingensief wird das erste Kind geboren, es ist männlich, relativ groß (für sein Alter auf jedenfall) und trägt, untypisch für die Gegend, einen dichten, rötlichen Bart.

24.5.: spuren und nixspüren spüren und nixspuren pure nixspur gespurt und spuren und nix gespart

25.5.: Es wird mehr geträumt als gelebt.

26.5.: kurzweilig oder langristig - kurzfristig oder langweilig

27.5.: Öfter abends Wasser betrachten!

28.5.: Die Frau schreit nachts im Kino, rechts vor ihr sitzt jemand, den sie kennt.

29.5.: drin und nicht glücklich

30.5.: jahrelang die konzerte der rolling stones besucht und irgendwann ein buch entdeckt, in dem man auf einem der fotos zu sehen ist!

1.6.: groß und kompakt und fast wie ein Kopf mit Wülsten als Augen

2.6.: sich nicht mehr an das todesjahr des vaters erinnern können

3.6.: Busbewohner

4.6.: man kann nicht nur von der vergangenheit sprechen

5.6.: ein halbseitiger Artikel über ein niederländisches Rentnerpaar, das sich an einen Weiher hier in der Gegend verirrt hat

6.6.: Im Vorgarten ein älterer Mann oder eine Frau, eingehüllt in Plastikfolie, Mundschutz, Atemschutz, Schutzhandschuhe, fast schon in autistisch langsamen Bewegungsabläufen, links und rechts scheinbar nichts wahrnehmend, besprüht die Pflanzen mit Gift.

7.6.: Du stehst vor der Buchhandlung Kafka und heraus klingt türkische Musik.

8.6.: Kaffee-Service "Beethoven": Tässchen mit Noten aufgemalt und die Henkel großgeschwungene vergoldete Engelsflügel (wie sähe ein Kaffeeservice "Bach" aus, ein bisschen wie Bahuhaus?)

9.6.: Gestern morgen hat sich ein Vogel kurz vor halb sechs Uhr morgens auf das Fenstersims verirrt, sich aber nicht hereingetraut; ein zwei Tage später dann schreiende Pfaue im sich unvermittelt auftuenden Stadtpark.

10.6.: Im Prager KAUFLAND einkaufen ist ein wenig so, wie nach dem Schlaganfall: Die Produkte scheinen einem vertraut, man kann aber nicht mehr lesen, was sich innerhalb der Verpackung befinden soll...

11.6.: Das Kleinkind, dass, fasziniert von den Kirchenglocken, in die Richtung des Faszinosums rennt, immer wieder stehen bleibt und vergnügt in den Knien wippt. 

12.6.: Oben die Staatsoper mit hochhackigen Abendkleidchen, unten die Unterführung mit spitzen Spritzen, und ich mache mir Gedanken, wie ich aussehe.

13.6.: Bei der Durchfahrt durch den Tunnel bei Idar-Oberstein plötzlich die Erinnerung an das Elbsandsteingebirge: einmal quer durch die Republik an einem Tag: Moldau, Elbe, Main und Rhein und man befindet sich körperlich irgendwoanders als - ja, als was?

14.6.: Man kann das Gras wachsen hören und man kann hören, wenn es einen Kopf kleiner gemacht wird.

15.6.: lehrfegen

16.6.: In einiger Entfernung der Berg im fast mitternächtlichen Sonnenuntergang mit seinem Turm, der, angestrahlt leuchtend, fast wie ein Nachttischlämpchen in der Landschaft wirkt.

17.6.: Der plötzliche Einbruch von Grün kann erst einmal zur Desorientierung führen.

18.6.: Der Besuch einer Freundin und einer Dresdner Suppenküche führt zu spontanen Veränderungen; die Suppe war gut, das war nicht abzusehen.

19.6.: außer kongruenz

20.6.: musikalische Früherkennung

21.6.: Mir ging es dabei immer nur um Momente der Freiheit, und darum geht es schlussendlich auch noch heute; immer wenn ich das Gefühl habe, ich werde eingeengt oder kontrolliert oder gegängelt, dann lass ich mir wieder die Zehennägel wachsen; ich finde es selbst scheiße, aber ich kann damit einfach nicht aufhören und es ist einfach immer noch wichtig.

22.6.: Der Erfolg kommt mündlich.

23.6.: Die Vorstellung von klaren Sätzen vor klarem Himmel.

24.6.: Bei großen Umdrehungen vergeht die Zeit langsamer, oder?

25.6.: Die beidseitige Konzentration hat auffallend zugenommen; auch dies verzögert den zeitlichen Ablauf.

26.6.: Die beidseitige Konzentration hält an und führt zu einer anderen Rollenverteilung.

27.6.: "Fremdschämen" ist eigentlich ein ziemlich blöder Begriff, der sich in den letzten Jahren so eingeschlichen hat; was soll das heißen, wieso soll ich mich für andere schämen - ich bin doch nicht der Wahrer des vernünftigen Handelns anderer, wieso soll ich mich für deren Handeln, Fragen, Tun schämen (rassistische Übergriffe, touristisches Benehmen im Ausland vielleicht ausgeschlossen..., aber für Publikumsfragen nach einer Autorenlesung?)?

28.6.: günter netzer spricht: keinen videobeweis in der kunst - kunst ist drama - kunst ist fehlentscheidung - davoin lebt die kunst

29.6.: Ernst Jandl ist älter geworden und sitzt im Café - ich möchte ihn fragen und zeichnen, traue mich aber nicht; er hat sich äußerlich sehr verändert.

30.6.: die bundespräsidentenwahl füllt den fehlenden spieltag der fußball-wm

1.7.: der grinsende Musiker steigt aus dem Wasser und ich weiß nicht, ob er mich hören kann

2.7.: Die Verkäuerin verkauft mir alle Zeit der Welt und freut sich darüber; ich weiß nicht, wohin damit, und sie versteht nicht, dass ich die Freude erstmal nicht teilen will.

3.7.: Der Stand der Dinge als Gradmesser der Fähigkeit zur Konzentration.

4.7.: Heute vor einem Jahr war kein Sonntag.

5.7.: Hinter den Garagen sitzend, kann man den Zug vorbeifahren sehen, schattig, leicht, aber man tut es nur einmal im Jahr.

6.7.: Das Warten auf das Wochenende ist wie das Warten auf den Urlaub eine falsche Amtshandlung.

7.7.: Manchmal sieht man schon an den ersten fünf Minuten, dass es nix wird.

8.7.: Wohlsortierte Menschen verlieren keine Zähne.

9.7.: gleich bin ich anders

10.7.: ein kreuz, ein knoten, aber auch wie ein vom stein erschlagener mann mit ausgebreiteten armen

11.7.: Gipfelwürmer

12.7.: Kriecherdenkmal

13.7.: "mehr Verantwortung übernehmen" ist auch so eine Worthülse im gehobenen Berufsleben - heisst das, nur auf etwas gehobeneren Etagen wird verantwortungsvoll gearbeitet und die unteren Chargen wurschteln nur gedanken- und verantwortungslos vor sich hin, deshalb bekommen sie ja auch nur einen Klicker und einen Knopp, also ist es einfach nur ein Synonym für "mehr Geld übernehmen"?

14.7.: Die SPD hat's rausgekriegt und der Spiegel schreibt's: schuld an der Finanzmisere der Krankenkassen sind die exorbitanten Ausgaben für homöopathische Behandlungen, weshalb diese Leistungen nun aus dem Angebot gestrichen werden sollen - wer hinter diesem fulminanten Ablenkungsmanöver steckt liegt wohl auf der Hand, ist aber durch wissenschaftliche Studien, an denen auch keiner interessiert ist, kaum zu belegen.

15.7.: In einer ansonsten recht hübsch gemachten Imagebroschüre findet sich der Satz: Differenzieren Sie sich vom Wettbewerb! - "Kommunizieren Sie sich vom Dialog" wär' ja auch ganz nett...

16.7.: Rein räumlich nehme ich den Platz von zwei Luxemburgerinnen ein.

17.7.: Die Boote liegen wartend wie Wespen vor den Dudelsäcken auf dem Wasser.

18.7.: Im Fernseher fahren die Fahrer der Tour de France von links nach rechts, hinter uns der Motorradkonvoi von rechts nach links.

19.7.: Ausgesprochen junge Menschen, ausgesprochen im Geschäftsleben stehend, der eine verkauft die Küchen, der andere muss sie in den vierten Stock schleppen, sprechen sich über ihren Urlaub aus.

20.7.: Ist Resignation das Geegenteil von Kreativität?

21.7.: Internat und Internet: ein Buchstabe Unterschied!

22.7.: der beginnende regen ist angenehm, weil er den geruch des grüns intensiviert.

23.7.: ein bissen zu viel ist ein bissen zuviel.

24.7.: sich die ruhe nicht zu gönnen, weil man früher (oder erst nur vor einer woche) an diesem tag nicht ausruhen durfte, sondern sich anstrengen musste.

25.7.: der schnellste Spaziergang der Welt, nicht von der Dauer her gesehen, sondern tatsächlich von der atemberaubenden Geschwindigkeit...

26.7.: das i-ging des weisheits-zahns

27.7.: die kilometer versprühen gift, das nicht die kinder, vielleicht ein bisschen die mutter, aber auf jedenfall alle anderen aushalten müssen

28.7.: die luft, die vormittags die denkfähigkeit mindert, führt abends zu einer völligen entleerund des inneren, aber angenehm...

29.7.: das langsame erarbeiten der wirklichkeit im vergleichen der details

30.7.: manche werden bestochen - manche ausgesaugt.

31.7.: mein wille sei ein automatisiertes stück blech.

1.8.: Saueruntermbaum.

2.8.: ein loch und der mond haben viel gemeinsam

3.8.: ein loch und der mond haben nichts gemeinsam

4.8.: der verlust steht vor der tür und wir essen

5.8.: das grün der wiese denkt an die zukunft und wird dadurch gegenwärtig

6.8.: das gleichgewicht des lachens

7.8.: alle tun so viel und denken so wenig - und wie soll ich ein bisschen denken können, wenn alle so viel tun?

8.8.: in Räumen werden alle Dinge mittig abgestellt - auf Tischen dagegen alle Gegenstände am Rande des Abgrunds!

9.8.: gestern wurde der Vogel gestört, der heute als dunkelhaariger Mensch über die Bühne stakst und vor lauter ichweissnichtwohin in den Himmel guckt, während alle anderen nach durchgemachter Nacht neben dem Auto schlafen

10.8.: wir gehen und gehen und gehen und gehen und bekommen trotzdem unterwegs kopfweh

11.8.: ob friedrich schiller die schallplatten von georg danzer in seiner sammlung gehabt hätte?

12.8.: schlussendlich muss alle Auseinandersetzung immer eine Auseinandersetzung mit der umgebenden Welt sein!

13.8.: Seit einiger Zeit tauchen ihre roten Haare systematisch in der Zeitung auf, jetzt, auf den Wahlplakaten ist es vielleicht des Rots zuviel, man treibt es bunter und engagiert im Geste Andy Warhol, der ihr Gesicht, photoshopvereinfacht, plakativ durch alle Grundfarben zieht.

14.8.: die erste Veranstaltung der Metzer Zwangschirmsvereinigung fand an diesem Nachmittag unter Beteiligung von vielleicht 12 - 15 Interessierten in der rue des Allemands statt

15.8.: Unterschiedliche Zugänge zur Welt, z.B. das schwäbische Ehepaar fortgeschrittenen Alters, das alles fotografiert und katalogisiert (er macht die Fotos, sie notiert in einen Block) - dieses Bild ist leider zu groß, um es ganz abzulichten, so kommt nur ein Ausschnitt auf's Foto ("Ich mach nur des Schiffle, gell?" ) - aber was passiert dann zuhause?

16.8.: LUST - LUFT - LUFT - - -

17.8.: TAN - TUT - TÄT - - - TUN - TAT - TÖT

18.8.: Die Zahlenerinnerung ist eine Möglichkeit, sich die Welt ausgiebig zu strukturieren.

19.8.: Gefälle und Gesteige, das fällt auf , das steigt ab.

20.8.: Die Politiker sitzen unter sich, selbst wenn das Land nur knapp 1 Million Einwohner hat.

21.8.: Alle müssen sich der Legitimationsfrage stellen: auch die frei improvisierte Musik (energetisches Verhalten reicht da alleine nicht).

22.8.: Es ist nicht generell verboten, an Sonntagnachmittagen gute Filme zu gucken, man sollte aber anschließend nicht mit schlechten Fahrrädern durch den Regen fahren.

23.8.: Der künstlische Rhythmus provoziert zu diszipliniertem Verhalten.

24.8.: Die Menschen werden vermessen und sind plötzlich größer, als gedacht (wenn auch nicht viel).

25.8.:  wie ein Herz mit einem etwas zu wulstigen Mund über der Spitze unten

26.8.: Ein morgendlicher Spaziergang durch die erhitzte Stadt und abendlicher Spielfilm über gescheiterte Existenz - - - tut sich gegenseitig nicht weh...

27.8.: Wenn zwei etwas tun, was eigentlich vier tun müssten, dann stimmt an der ganzen Sache von Anfang an etwas nicht.

28.8.: Da gibt es Menschen, bei denen sieht man auf den ersten Blick, dass sie nichts auf die Reihe kriegen, man erkennt sie aber auch sehr leicht daran, dass sie genau wissen, wo es lang geht.

29.8.: Reproduktionspech

30.8.: Warum sollten sich Verantwortungsträger nicht auch ein weniger vermehren in der Zukunft, oder ist es so, dass die sowieso keine Zeit für Vermehrung haben, weil sie soviel Verantwortung tragen, immer mehr und mehr?

31.8.: Denk-Discount

1.9.: Zimmermann ist nicht das Gegenteil von Stubenmädchen.

2.9.: Jan Gabarek spielt mit Meredith Monk.

3.9.: Amtrunk - Umdrunk.

4.9.: wie ein Siegeszeichen, gekrümmt, wulstig liegend, am vermodern

5.9.: Der leise Mann ist ein böser Mann.

6.9.: wie zwei parallele Münder, der obere mehr wie ein Häkchen

7.9.: zwei Kringel - einer zum Durchstechen mit dem Finger

8.9.: die Hitze inwendig verträgt nicht die Hitze auswendig

9.9.: Bei uns hatte er oft flecken, zählte aber alles bis zur übersicht

10.9.: Ich lasse die äste fallen, berühre mit meinem zeh gerade einmal das dach

11.9.: die übersicht aus der vergangenheit über die landschaft aus der froschperspektive, sechs stunden lang, länger als gedacht und als erinnert

12.9.: so sagt man, wachse das gras, doch meine zehen sprechen eine andere sprache

13.9.: der bahnhof befindet sich im wald, und doch fahren dort die züge, und doch sprechen dort menschen über pferde und krebs

14.9.: profis arbeiten mit wasserwaage langsamer als amateure ohne

15.9.: ich starre dumm und sperre das maul auf und jede widerrede ist zwecklos, weil anschließend falle ich in einen komatösen schlaf

16.9.: opfer statt oper

17.9.: zerschlafen

18.9.: wie Hammer und Sichel; nur in die andere Richtung gebogen...

19.9.: der frühe gast bekommt das erste stückchen brot

20.9.: der Leidensuntersteller

21.9.: warum müssen sich die Sportler der Tour de France immer dopen, statt sich einfach so ein tolles und schnelles Rad zu kaufen, wie ich es habe?

22.9.: der Leidensuntersteller vermutet sein eigenes Leid auch bei allen anderen

23.9.: die niedrige Decke führt zu einem Gefühl des Langgestreckten

24.9.: mit meinen zehen erreiche ich das gras, das grün ist wie immer, aber sinkt und bald verschwindet...

25.9.: in grasgewittern wälzt sich der ältere mann,
wälzt sich um sein leben, das selten aufsteht,
gedreht und gewälzt, während die gräser zittern,
um einen Blick auf den rasenmäher zu werfen,
den schnitter, den man noch selbst in der hand führt,
hin, hin zum grase!

26.9.: der kleine Italiener freut sich und spircht mir fast eine Stunde von meinem Fahrrad ab: so hatten wir nicht gewettet!

27.9.: Sternschnupfen

28.9.: ein sehr sehr kleiner Friedhof, daneben vier normalgroße Autogaragen

29.9.: der Hubschrauber bringt die Gedanken an einer langen Schnur punktgenau zwischen die Häuser

30.9.: Angstschweiz

1.10.: unvorstellbar, wie hoch etwas an einem berg kleben, und wie tief es in die tiefe reichen kann...

2.10.: St. Gottharth

3.10.: etwas durchsichtiges aber festes über etwas schwarzes aber weiches: dies hilft nicht bei nervengift, oder etwa doch?

4.10.: schafft es das menschliche gehirn, ein geräusch erst in einen traum einzubauen und es erst danach akustisch wahrzunehmen?

5.10.: der Empörkömmling

6.10.: Einen Empörkömmling möchten wir uns nicht als Staat vorstellen: er wäre strenger und kontrollierender als alles das, über das er sich jetzt empört.

7.10.: jetzt, wo du es sagst, habe ich es auch gesehen, hinter der hecke, die schwere nuss auf dem leichten pferd...das eichhorn springtsich in sicherheit und die drei vögel picken ins leere.

8.10.: wir brauchen dringend jemanden, der auf die nachbarin acht gibt: das ist leichter getan als gesagt... ein ganzes jahr lang sollte man auf sie aufpassen müssen, dann ist es wieder herbst und der sommer edlich vorbei; wir fangen wieder von vorne an und schenken der nachbarin eine kerze, sie friert - im tessin aber war sie alt.

9.10.: der Kellner trägt eine Art Trainingsanzug und auffallend dichtes, schwarzlockiges Haar: er bringt die Dinge auf den Punkt und dahinter sieht man den Dom: die Welten wandeln sich

10.10.: der weg ist nicht weit genug und sieht genauso aus wie immer, wenn auch spiegelverkehrt: das alles macht nicht glücklich

11.10.: wut wegen heute und wut wegen morgen, wobei ich früher eigentlich noch viel wütender war

12.10.: die wut löst sich in eigeninitiative

13.10.: Abraham David Christian hat mit 12 Jahren einen Katalog der Dokumenta gezeichnet; das ist eine sensationelle Idee.

14.10.: die verbliebenen mücken sind nur abends sichtbar.

15.10.: Das Auto zum Bahnhof gebracht, nachhause gelaufen und in der Einfahrt steht es bereits wieder (Lassie kehrt zurück).

16.10.: die großeltern waren die einzigen menschen mit künstlichem baum damals weltweit: das wiedererkennen des baumes hatte etwas beständiges und außergewöhnliches.

17.10.: Sonntagabend in der mittelgroßen Großstadt: Die lärmenden Männer in der Kneipe streiten sich immer noch über die Sozialpolitik der "Sozis" in der fünfziger Jahren, die die Abtreibung erst möglich gemacht hätten und deshalb heute so viele Zuwanderer nach Deutschland kämen - und die fünfte Kolonne Moskaus stünde immer noch irgendwo bereit.

18.10.: wie Zündhölzer dicht nebeneinander geordnet, aber mit einem Querschläger wie bei der römischen Fünf

19.10.: die tür nach draußen bleibt samstags verschlossen.

20.10.: überhaupt haben die ganzen bäume alles größer wirken lassen; jetzt wo sie weg sind, genügen ein paar schritte und ein langer blick vom friedhof bis zum haus.

21.10.: Vorwärtsverteidigung ohne Zähne.

22.10.: Regale schaffen Arbeit.

23.10.: Der Druck der morgendlichen Planung.

24.10.: Als Bürgermeister von Sandhofen bemühte ich mich um eine Städtepartnerschaft mit Sonthofen.

25.10.: im rückspiegel die zukunft, im scheinwerferlicht die vergangenheit - links ist rechts, und wir fahren rückwärts auf die autobahn.

26.10.: am stammtisch eine konspirativ politische gruppe bei der tagesarbeit, am billardtisch die heranwachsende dorfjugend, vor den kartoffeln die kassiererinnen aus dem supermarkt, in der dorfchronik das bild vom brennenden haus

27.10.: Der buddhistische Hummer im kochenden Wasser: der tote Bruder ist rot (Gegenteil von Winnetou).

28.10.: eigentlich würde man doch denken, wenn man immer wieder von vorne anfängt, dann würde man immer und immer schwerer werden - das gegenteil ist der fall, oder?

29.10.: drei menschen schwer
durch die straßen
verteilen ihr gewicht
und halten ihr los
von dem niemand etwas wissen mag
kein spalt öffnet sich
niemand verschwindet
alles bleibt

30.10.: Ich studiere bei Herbert Marcuse, der ein ziemlich großer und schlaksiger Typ ist; die Vorlesungen sind interessant und es kann vorkommen, dass er plötzlich neben einem Studenten steht und mitten in seinem Vortrag einen unvorhergesehenen Schrei ausstößt.

31.10.: Was für die einen ein Tierpark, ist für die anderen ein Stück Land mit Autobahnanschluss.

1.11.: Bewohnte Mythen und bemühtes Wohnen.

2.11.: Plötzlich überraschend unangestrengt aber trotzdem viel Herbstluft im Kopf.

3.11.: Wenn man sich anguckt, wie dumm manche Sachen ablaufen, ist dies doch eigentlich ein Indiz dafür, dass die Dinge nicht zentral gelenkt werden.

4.11.: Selbstversager.

5.11.: Gestern an einem Ladengeschäft aus dem Augenwinkel das Wort INTENSIVTÖTUNG gelesen; gestutzt, nochmal zurück: INTENSIVTÖNUNG...gerade nochmal Glück gehabt...

6.11.: Die Bilder entstehen in einem eigentlich zu kleinen Zimmer, vollgestopft mit Büchern, Schallplatten, Zetteln, dem Computer usw. usf. - anders als bei anderen Menschen, die ein Atelier besitzen, in dem nichts passiert, als dass die Bilder entstehen und die Bilder auch den Raum dominieren - vielleicht sind die Bilder, die in dem vollgestopften Raum entstehen aufgeladen mit all den sie umgebenden Dingen, und wenn sie dann in die Welt hinausgehen, schwingt dies alles mit, obwohl man es nicht sieht?

7.11.: Arbeitsamtgegenherbst.

8.11.: Kontrastbirne.

9.11.: Zuerst begegnet uns ein kleiner Mann mit merkwürdigem Bart und Schirm, danach finden wir einen fast ganz aufgegessenen Hasen auf dem Waldweg.

10.11.: Den Königen eine Freude gemacht!

11.11.: Ein großer weißer Ballon sitzt auf dem Rücksitz, wackelt ein wenig von links nach rechts und zeigt, dass es auch anders gehen kann.

12.11.: Ist es nun zu warm für die Jahreszeit oder haben wir früher die Kinder an diesem Tag zum erstenmal warm agnezogen oder ist das überhaupt ein Widerspruch?

13.11.: Die Tagessätze weiterdenken und zu Tagesfragen umgestalten?

14.11.: Langsam muss weitergehen.

15.11.: fertig ist fertig und nicht der Anfang

16.11.: Den Menschen in seinem Schmerz ernst nehmen, das ist alles.

17.11.: ein durchsichtiges Arbeitsamt

18.11.: der Abbau von Betten führt zu weniger Schlaf?

19.11.: Ein Friedhof ohne Bäume, man sieht nur die Grabsteine und hört die Autobahn und hinter der Hecke das Silo eines mittelständischen Betriebes.

20.11.: der keller ist zäh, die treppe ist zäh, das holz und die musik; manche spuren sind zu deutlich...

21.11.: der Ort ist dunkel, die Menschen kommen abends aus den Häusern, um zu sehen, wie die Brücke gewachsen ist, vorsichtig, ganz vorsichtig sehen sie sich um

22.11.: ein uninspirierter farbkreis

23.11.: Ich fahre mit dem Bus zum Flughafen und hätte Lust, den Pilotenschein zu machen, nie vorher bin ich auf diese Idee gekommen, also stelle ich mich am Büroschalter an, doch ist einfach zuviel Betrieb, also besteige ich den nächsten Bus und fahre einfach erstmal weiter; die Landschaft wird gebirgiger und unwegiger und an einer Stelle gibt es den ersten Schnee, wir können nicht weiter und müssen aussteigen, wntdecken weiter vorne ein einsames Haus, keiner da, wir klettern drumherum - und auf einmal wird geschossen.

24.11.: wir tauschen ein kaputtes telefon gegen einen zugeklebten brief

25.11.: wir müssen jetzt mehr von links nach rechts gucken, dabei aber darauf achten, den überblick nicht zu verlieren

26.11.: die menschen sprechen und sprechen und erzählen sich dinge, die manchmal eine verbindung schaffen, manchmal einen punkt machen, sie essen zusammen und trinken und haben das gefühl gesprochen zu haben und gesprochen und vielleicht verbinden sie damit auch eine angenehme erinnerung - mit ziemlicher wahrscheinlichkeit sogar

27.11.: blau im becken und blau im himmel und blau im und auf dem wasser und das weiß nicht zu vergessen durch spiegelung und schnee

28.11.: die kälte drängt

29.11.: die welt bleibt an ihrem platz, nur ich alleine bewege mich

30.11.: plötzlich wieder in einer raucherkneipe gelandet, wenige alte männer vor ihren gläsern und: wie schreibt man eine bibel?

1.12.: ab jetzt: jeden tag ein tierchen öffnen!

2.12.: vor jahren bei -14 grad durch göteborg, als wäre die stadt nie gewesen

3.12.: das nächtliche gehen auf dem dorf ist ein zielegrichtetes gehen, in die kneipe, zum auto, nachhause; eingehend ausgehen ohne durchzudrehen

4.12.: die todesfrage ist eine frage von zeit und wahrnehmung: wir, die überlebenden, bemerken, wie schnell das jahr wieder ins land gegangen ist; für den toten ist dies (hoffentlich) egal.

5.12.: morgen: versuch der darstellung der fußstellung ohne direkte darstellung der füße!

6.12.: winterbagger

7.12.: spuren und spüren: jemanden wieder auf seine spur bringen

8.12.: im nichtraucherbahnhof neunkirchen/saar finden sich in einer scheinbar leeren vitrine kleine fundstücke: alte fahrkarten, ausgedruckte verbindungsanfragen, eine 10 cent-münze, ein abgebrochenes stück metermaß: als wäre das hier ausgelegt, dass es von einem verzweifelt suchenden gefunden werden könnte

9.12.: ein zugeschneites werbe-eis an einer eisdiele mit dem namen merano:eis im schnee

10.12.: die stadt in der weihnachtlichen vorzeit

11.12.: man erwartet einen leeren zug und es kommt ein voller

12.12.: das system ist überholt und verkommen, deshalb passt es ja auch so gut in unsere zeit

13.12.: hier lässt man keinen gedanken treiben

14.12.: wunderwirtschaftskraft

15.12.: das zauberwort heisst umgehungsstraße

16.12.: im garten des krankenhauses gibt es immer noch diese volière, die papageien sind alt geworden, geben jedoch niemandem die schuld, während drinnen im warmen die menschen sterben

17.12.: rechts ein toter bagger, hinter uns die steinerne frau mit ball und kind und das polizeipräsidium, das über all dem thront wie ein barockes schloss

18.12.: sonntags schleicht der professor durch die stadt und tarnt sich durch sein äußeres

19.12.: große schneeschippensolidarität

20.12.: wenn man jeden tag eine linie (einen strich) malen kann, dann kann man auch jeden tag einen vogel malen, oder?

21.12.: wo früher ein buchladen war, befindet sich jetzt ein copyshop - immerhin noch was mit buchstaben...

22.12.: müdigkeit ist kein weg zum glück

23.12.: die lichter auf dem vorweihnachtlichen friedhof und die lichter an den häusern des neubaugebietes gehen ineinander über

24.12.: der schnee löst die zungen

25.12.: die heute geschippte schneemenge wird in drei wochen keine rolle mehr spielen

26.12.: gebirgszüge am straßenrand

27.12.: was, wenn baumärkte nicht praktiker, sondern amateur oder gar stümper hießen?

28.12.: wer hier kein auto hat, wird niemals eines fahren

29.12.: die stadt als versager: vom dienstleist abhängig, bietet sie kostenlose parkplätze

30.12.: eine junge frau hat ihre mütze vergessen, wir setzen sie auf und hören musik

31.12.: ein älterer mann klopft vor seiner haustür die fußmatte aus: wir verändern die welt und bleiben doch, wie wir sind

1.1.: hilflos hilfsbereit

2.1.: ein loch aufreißen, in das man sich setzt und kurz zur ruhe kommt

3.1.: gestern ein tarnschwan

4.1.: Dezent und abwechslungsreich tänzeln ein paar Ehefrauen, Ceranfeld-Ballerinen gleich, bis sie ihren Platz im Universum aufgefunden haben

5.1.: Niemals wieder wird die frischgebackene Ehefrau etwas ohne ihren Mann unternehmen, sie ist standhaft und erzŠhlt uns von ihrer neuen Klugheit.

6.1.: die verkäuferin erkennt mich immer wieder an meiner ec-karte, obwohl sie selbst ständig ihre identität wechselt

7.1.: ich krabbele unter dem tisch und werde beim wiederauftauchen gekrönt

8.1.: sprechen und gehen

9.1.: viele köpfe, zwei davon wollen so sein, wie sie sind

10.1.: unterschwellig wieselflink

11.1.: was haben courbet und meese gemeinsam?

12.1.: es finden dinge statt, die man sich wünscht, die aber so unwahrscheinlich sind, das man sie nicht für möglich hält

13.1.: in der Zeitung steht: Bildungsabschluß (sprich: mit welchem Bildungsabschluß man wieviel Geld verdienen kann usw. usf.) --- das Wort verrät immer noch viel davon, wie es um die Bildung bestellt ist, und was wir wirklich darunter verstehen wollen...

 HIER IST JETZT ERSTMAL SCHLUSS. Nicht, dass die tagessätze nicht fortgesetzt würden, aber der Übersichtlichkeit halber dann doch lieber da ->  http://harthbasel.de/?page_id=1545 Danke.




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